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Sujet Verlag

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Die Presse über uns

Gedichte gegen das Regime

10. 08. 2010 erschienen in Kreiszeitung (Mareike Bannasch)

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Die Geschicklichkeit begrenzter Buchstaben

Nicht jede Frau, die sich für die Rechte ihrer Geschlechtsgenossinnen einsetzt, ist eine Feministin. Sanaz Zaresani zumindest mag sich mit diesem Begriff nicht identifizieren.

Obwohl sie scharfe Kritik an der Regierung übt – insbesondere was Frauen und ihre Rechte betrifft – sieht sie sich als Sprachrohr aller Iraner: „Ich will auf die Lager aller meiner Landsleute aufmerksam machen. Jeder hat dort Probleme, nicht nur die Frauen.“

Am Freitag las Zaresani im Bremer Concordia Theater aus ihrem ersten Gedichtband „Die Geschicklichkeit begrenzter Buchstaben“.

Während die Autorin nur Persisch sprach, wurden ihre Gedichte von Hossein Masouri und Schirin Nowrousian auf Deutsch gelesen. Insbesondere Nowrousian spielte mehr, als dass sie las und gab den Gedichten dadurch eine völlig neue und betontere Aussage. Dass sie nur auf Persisch vorlas, zeigte einerseits ihre immer noch tiefe Verbundenheit zum Heimatland, hatte andererseits auch praktische Gründe: Nach nur neun Monaten in Deutschland spricht die Exiliranerin kaum deutsch.

Der Wechsel zwischen Deutsch und Persisch machte jene Zerrissenheit deutlich, unter der viele Exilanten leiden: mit einem Fuß in der neuen Heimat, ohne die alte richtig aufgeben zu können.

Ihre persischen Wurzeln will auch Sanaz Zaresani nicht verleugnen. Sie stammt aus der Stadt Sarab im nordwestlichen Teil des Iran, der zur Provinz Ost-Aserbaidschan gehört. 1980 geboren, ein Jahr nach dem Ende der Schah-Monarchie und dem Beginn der Ayatollah-Ära, wurde Zaresani ihr ganzes Leben von Ereignissen geprägt, deren Auswirkungen den Iran bis heute überschatten.

Als der politische Druck für sie zu groß wurde, flüchtete Sanaz Zaresani 2008 nach Deutschland. Seither übt sie öffentlich regelmäßig Kritik an den Zuständen in ihrer Heimat, vor allem an den ständigen Repressalien, die unter Präsident Mahmud Ahmadinedschad stark angestiegen sind.

In ihrem Erstlingswerk nutzt sie ihre gewonnene publizistische Freiheit, um Missstände unverhohlen aufzuzeigen. Worte wie: „Hier ist Iran / Hier / verfaulen all die Gräber / in der unaufhörlichen Aufeinanderfolge / der Vergangenheit“ wirken wie ein Urteilsspruch auf die Bilanz der vergangenen Jahrzehnte.

Feministin mag sie zwar nicht sein, das Schicksal der Frauen bewegt sie aber dennoch. Ihre Gedichte handeln von Verschleierung, Unterdrückung und Missbrauch. In ihrem Pladoyer für mehr Rechte und weniger Religion wendet sie sich sogar gegen ihre Eltern. Sanaz Zaresani verkörpert die Generation der Verbrannten, die mit aller Macht gegen die Fesseln des Staates kämpft, selbst wenn das Vertreibung und Ausgrenzung zur Folge hat. Und besonders weil sie jung ist und Träume hat, konnte Zaresani nicht im Iran bleiben. Um sie selbst sein zu können, war eine Flucht aus der Heimat nötig. Selbst wenn dies bedeutete, Familie und Freunde hinter sich zu lassen.

An diesem Abend konnte Sanaz Zaresani zwar mit der Botschaft ihrer Gedichte überzeugen. Dennoch ließ sie den Besucher auch mit Fragen zurück. So blieb es während der ganzen Lesung ein Rätsel, aus welchem Grund Marit Lehmann orientalische Klänge bemühte. Wenn sie dann noch eine Plastikblume mit roter Flüssigkeit begießt, bleiben die Zuschauer ratlos. Eine Metapher für vergossenes Blut im Iran? Es wäre ein reichlich naives Bild. Das Volkslied „Die traurige Orientale“ war ein willkommener Bruch in der Lesung. Ob die Diskrepanz zwischen dem Titel und der lebendigen Melodie gewollt war? Zerasani blieb eine Antwort schuldig.

Und auch wenn sie sich dagegen sträubt: Viele Leser werden sich vor allem wegen der Regimekritik für ihre Gedichte interessieren. Mit den Bildern der gescheiterten Revolution im Bewusstsein, wird Zaresani zur Verbündeten der Kämpfer, insbesondere der iranischen Frauen.

http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/kultur/lokal/gedichte-gegen-regime-872383.html

Sanaz Zaresani: „Die Geschicklichkeit begrenzter Buchstaben“, erschienen im Sujet Verlag.

Original Artikel


Radio-Interview mit Hendrik Plaß

09. 05. 2010 erschienen in WDR Funkhaus Europa

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Istanbul Walking

Die Generation der Verbrannten spricht alles an - Sanaz Zaresani ignoriert die Begrenzungen

09. 05. 2010 erschienen in Fix-Poetry (Gerrit Wustmann)

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Die Geschicklichkeit begrenzter Buchstaben

Die Generation der Verbrannten spricht alles an - Sanaz Zaresani ignoriert die Begrenzungen

Sanaz Zaresani, 1980 im iranischen Sarab geboren, verließ ihr Heimatland 2008, aufgrund der andauernden Repressionen gegen Intellektuelle und Künstler, gen Istanbul. Seit 2009 lebt sie in Deutschland. Im Sujet Verlag ist nun ihr erster Lyrikband auf Deutsch erschienen. In „Die Geschicklichkeit begrenzter Buchstaben“ zeigt sich nicht nur die oppositionelle Iranerin, sondern auch eine vielschichtige Stimme, die die internationale Lyrik bereichert.

Sanaz Zaresani dichtet in der Tradition von Forough Farrochsad (1934 – 1967), die als Begründerin der modernen iranischen Lyrik gilt und zudem Vorbild für viele junge Frauen der intellektuellen Szene ist, nicht zuletzt aufgrund des antitraditionellen Freiheitsdrangs, der sich sowohl durch ihr Leben als auch durch ihr beeindruckendes dichterisches Werk zog.

Zaresani zählt zur „Generation der Verbrannten“, der Generation junger Iraner, die nach dem Shah-Regime und mitten hinein ins Regime der Mullahs geboren wurden, deren weltoffener Drang nach Leben und Freiheit an verknöcherten, von oben aufgezwungenen Gesellschaftsstrukturen scheitert. Diese Verzweiflung und diesen Hunger nach Leben spürt man in jedem ihrer Gedichte, die einerseits die typisch iranische Düsterkeit und Melancholie transportieren, andererseits auch wild und vorwärtsstürmend die Konventionen der pseudoreligiösen Traditionalismen einreißen.

Zur Sprache kommen in ihrem ersten auf Deutsch erschienenen, von Hossein Mansouri übersetzten Gedichtband all jene Themen, über die sie in Iran nicht schreiben durfte: Kritik an Religion und Regime, Sex, Alkohol, die Bedürfnisse der Frau nach mehr Rechten. Es ist eine wilde und ungezähmte Lyrik, die die junge Dichterin präsentiert, und man spürt die Entfesselung all dessen, was sich in den Jahren der Kindheit und Jugend in der Diktatur angestaut hat. Dabei kommen Wut und Gefühlsausbrüche nie platt daher, sondern meist in höchst originellen Sprachbildern, in eindrucksvollen Metaphern und in Sprachspielen, die sich so im Deutschen nicht wiedergeben lassen, deren ursprüngliche Schönheit man nur erahnen kann.

Das Buch ist ein Nachweis dafür, dass engagierte und zugleich sehr kunstvolle Literatur vor allem dort blüht, wo sie unterdrückt wird: Zaresani hat etwas zu sagen. Sie hat sogar sehr viel zu sagen – und sie nimmt nun, da sie von den Fesseln des Teheraner Regimes befreit ist, die Gelegenheit dazu wahr.

Schon das erste Gedicht im Buch, nüchtern „Die Evolution“ betitelt, gibt den Tenor vor: „Ich habe einen Apfel gegessen“, heißt es im ersten Vers, der variiert und erweitert wird. Die Symbolik erscheint simpel und banal, aber wenn man bedenkt, dass dieser so eindeutige Vers niemals die iranische Zensur überstanden hätte, wird man sich seiner Schlagkraft bewusst.

Die religiöse Symbolik spielt durchgehend eine große Rolle in Zaresanis Poemen. Nachdem Gott die sieben Tage erschaffen hat, erschafft sich das Lyrische Ich einen achten – und befreit sich vom transzendenten Übervater: „Ich habe für die Zeit nach dem achten Tag / keine Hinterlassenschaft eingepackt“. Fast Radikal wird es, wenn in offener Provokation des Klerus eine „Neue Sure“ geschrieben wird, in de steht: „Ich bin ein indirektes Objekt / eine Ableitung von X und Y im Augenblick des Orgasmus“. Alles Religiöse wird in drei simplen Versen weggewischt: „Wir wurden geboren / als ein Mann / mit einer nackten Frau schlief“.

Eine neue Sure

Ich bin ein indirektes Objekt

eine Ableitung von X und Y im Augenblick des Orgasmus

eine identische Abbildung

auf der verspielten Oberfläche des Wassers

 

Der Baum

ist eine andere Beschaffenheit von mir

wenn ich ergrüne

und der Schnee

meine allmähliche Übersetzung

wenn ich kalt werde und weiß

 

Der Unterschied zwischen Dir und mir

liegt im Durcheinander der Wörter

Du gebärst und wirst groß

ich werde groß und gebäre

und am Ende

gehört die Erde mir

und die Zeit ebenfalls!

(Streite mit mir

falls das Wort bei Dir ist)

 

Eines Nachts

lag Adlerfleisch auf unserem Esstisch

und eines anderen Nachts

wilder Thymian

auch Ziegenmilch habe ich gekostet

und Obstkerne hinuntergeschluckt

und habe das Aufgesaugte

aus den Vorratswaben der Honigbienen gestohlen

und wie Du wohl weißt

habe ich diesen süß schmeckenden Ekel gegessen

auch Dich habe ich verschlungen

mit all Deinen Adoptivsöhnen

 

Wenn Du mich auseinanderlegst

dann bin ich ein indirektes Objekt

höher als X

grenzenloser als Y

ein unbekanntes Resultat

 

Wenn Du mich provozierst

dann bin ich ein Dichter

besitze Raum und Zeit

mit tausend teuflischen Wahrscheinlichkeiten

 

Die Selbstbefriedigung habe ich von Dir gelernt

auch ich gebäre ohne Beischlaf

und der Teufel ist mein Synonym

wenn ich Deinetwegen

meinen Oberleib Richtung Unterleib runterziehe

während Du versuchst

den Platon in die Tasche zu stecken

im Augenblick meines Glaubens an „Identifikation“

 

( Pfui, wie heilig Du warst

an jenen fernen Tagen

als Du groß warst und ich klein

und Deinen Namen gering schätzend aufzuschreiben

verwandelte meine Finger in Stein)

Bleib wo Du bist

Du bist aus der Ferne groß

im Gegensatz zur Sonne

im Gegensatz zu den Sternen

und ich werde Dich diesmal

aus der Nähe gebären

 

Denk dir eine Sure aus

in der „Er zeugt nicht und ward nicht gezeugt“

nicht vorkommt…

 

Aus dem Persischen von Hossein Mansour

 

Wirklich erotische Momente finden sich in Zaresanis Dichtung, neben aller Religionskritik, ebenfalls, und auch der Mythos um Barack Obama wird nüchtern beackert: Von der Enge in Iran geht es direkt in die Weltpolitik.

Besonders nachhaltig wirken die Liebesgedichte, die eine große Sanftheit und Sehnsucht mit Nüchternheit und Abgeklärtheit in Verbindung bringen, und doch nie den neugierig schauenden, erwartungsvollen Blick verlieren. All das wird verbunden mit der typisch iranischen Melancholie, einem umfassenden Schmerz, der nur einen Namen kennt: Leben. Trotz aller künstlerischer Raffinesse sind diese Gedichte ganz nah an der Bodenständigkeit.

Sanaz Zaresani ist eine Entdeckung: Eine brillante und aufregende junge Dichterin, die Grenzen auslotet.

Erstveröffentlichung www.cineastentreff.de Sanaz Zaresani: Die Geschicklichkeit begrenzter Buchstaben. Gedichte. Sujet Verlag, Bremen 2010.

 

http://www.fixpoetry.com/feuilleton/rezensionen/774.html 

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Buchautorin Betty Kolodzy: Es gibt viele Heimaten

02. 05. 2010 erschienen in Weser-Kurier (Christian Behrens)

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Istanbul Walking

Steintor. Auf ihrem Parkettfußboden liegen Ausgaben der Hürriyet. Zwei Artikel über Betty Kolodzy sind in der türkischen Tageszeitung schon erschienen. 'Die hat mir mein Gemüsehändler ganz stolz gezeigt. Beim zweiten Mal waren wir dann sogar gemeinsam auf einer Seite, weil er Vorsitzender eines Vereins ist, der sich für Erdbebenopfer einsetzt", sagt die 47-Jährige aus dem Steintor. Kolodzys literarisches Debüt 'Istanbul Walking', das beim Sujet-Verlag in der Friesenstraße erschienen ist, ist eine Sammlung von Erzählungen aus einem dreimonatigen Aufenthalt in der Stadt am Bosporus vor zwei Jahren. Es ist nicht die Perspektive einer Touristin, die Kolodzy darstellt. 'Ich habe überall versucht, Gespräche anzufangen. Ich mag es die Menschen zu öffnen. Aber es ist auch einfach unglaublich viel passiert." In den vergangenen zehn Jahren hat sie die Stadt am Bosporus häufig bereist, anfangs auf Einladung türkischer Freunde, später auf eigene Faust. 'Ich habe versucht, immer so ein bis zwei Mal im Jahr dort zu sein." Das Leben auf den Straßen sei dort viel natürlicher. 'Es ist eine gewisse Grundnähe vorhanden." Seit vielen Jahren schreibt die freie Werbetexterin auch Geschichten. 'Bei mir stapeln sich ganze Bücher im Keller." Jetzt macht sie Lesungen und gibt Interviews. 'Ich war echt überrascht von dem Medienecho. Vielleicht habe ich unterbewusst immer die Veröffentlichung meiner Bücher verhindert, weil ich wusste, ich muss dann auch lesen. Ich hätte nie gedacht, dass mir das Spaß macht.' 'Istanbul Walking' schildert Begegnungen mit Menschen. 'Diesmal wäre es nicht sinnvoll gewesen, sich etwas auszudenken. Es ist einfach so vieles im Alltag passiert.' Kolodzy, eine gelernte Fremdsprachenkorrespondentin für Französisch und Spanisch, kann sich in sieben Sprachen verständigen. 'Ich bin eine Sprachfetischistin', gibt sie lachend zu. 'Der Weg zu den Menschen führt über die Sprache." Türkisch hat es ihr ganz besonders angetan. 'Die Sprache ist so schön und elegant. Aber leider auch die schwierigste Sprache, die mir je untergekommen ist." Um in Übung zu bleiben, sei Bremen, seit zwölf Jahren ihre Wahlheimat, perfekt. 'Ich kann hier alle meine Sprachen anwenden.' Sie schätzt die Atmosphäre der Stadt. 'Allein auf dem Weg in die Innenstadt könnte man immer wieder anhalten und sich stundenlang mit Bekannten unterhalten.' Einmal in der Woche zieht es sie nach Gröpelingen, wo sie in einer Begegnungsstätte mit älteren Türken spricht. 'Die haben mich adoptiert. Außerdem gefällt es mir in Gröpelingen sehr gut. Da ist die Atmosphäre ganz anders." In Bremen nutzt sie jede Gelegenheit, sich in ihrer Lieblingssprache verständlich zu machen. 'Die Türken freuen sich unheimlich, weil es ja auch eine diskriminierte Sprache ist. In der Türkei bekommt man gar keine Gelegenheit, weil die Einheimischen dann ihre Fremdsprachenkenntnisse zeigen wollen." Bremen ist ein Rückzugsort geworden für Kolodzy, die längere Aufenthalte in Granada, Berlin, München, Frankreich und Istanbul hinter sich hat. 'Es gibt viele Heimaten und mit allen stehe ich noch in Kontakt', sagt sie. 'Ich reise gerne an die Orte, die ich kenne. Ich mag es, zurück zu kommen."

 

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Betty Kolodzy erzählt von Streifzügen durch Istanbul

04. 04. 2010 erschienen in Weser Kurier (Peter Groth)

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Istanbul Walking

Wie funktioniert Istanbul? Wie leben Menschen in diesem Moloch an der Grenze von Okzident und Orient? - die Bremer Autorin Betty Kolodzy hat mehrere Monate in der Millionenstadt gelebt und dort wie eine "Jägerin" Geschichten gesammelt. Geschichten über die Menschen und diese faszinierende Stadt. Als Jägerin hat sie Mathematiklehrer und Künstler Ibrahim charakterisiert. "Du triffst die Menschen, um Geschichten zu schreiben," sagt dieser Mann, der tagaus, tagein am Galataturm Mosaike fertigt. Betty Kolodzy, die Geschichtenjägerin, hat in der Tat sehr viele und sehr unterschiedliche Menschen in der türkischen Stadt Istanbul getroffen, sich anfangs holprig, später wohl besser in türkischer Sprache mit ihnen über ihren Alltag unterhalten. Türken, so sagt sie in einer ihrer Geschichten, sind ein Volk der stillen Beobachter. Und: "Es ist ein Vergnügen, sie bei diesem Vergnügen zu beobachten."

Das merkt der Leser ihres Buches mit dem Titel "Istanbul Walking" von der ersten bis zur letzten Geschichte. Die Autorin lebte während ihres Aufenthalts in verschiedenen Stadtteilen und streifte durch Cafés und die kleinen Läden des täglichen Bedarf, die rund um die Uhr von ihren Pächtern und Inhabern betrieben werden. Sie begleitete Freunde zu stundenlangen "Sitzungen" in Polizeireviere, um Nichtigkeiten klären zu können, sah sich an den riesigen Brücken über den Bosporus um und beobachtete das quirlige Leben an Fähranlegeren und auf den Schiffen selbst, die unzähligen Angler, die Badenden.

Nichts Spektakuläres, einfach nur als nichttürkische stille Beobachterin. Die Batterien von Straßenschuhen vor den Wohnungstüren, die stetige Frage nach den Kindern und dem Ehemann - der Leser bekommt ein Gefühl dafür, wie Istanbul und die Istanbuler ticken. Die von Betty Kolodzy erkannte und benannte Gefahr, dass immer nur Außergewöhnliches und seltsame Begebenheiten in Gedächtnis haften blieben und damit vielleicht der Blick für das Wesentliche verloren ginge, dieser Gefahr ist die Autorin nicht erlegen. Ihre Geschichten sind wie ein Spaziergang durch Istanbul, bei dem sich Bild für Bild zusammenfügt. Ein wirklich erfreuliches, gut geschriebenes Debüt, das Lust macht auf Spaziergänge durch Istanbul.


"Märzlicht" - die Bremer Schriftstellerin Inge Buck liest aus ihrem jüngsten Lyrikband

29. 03. 2010 erschienen in Radio Bremen - Literaturzeit (Redaktion: Harro Zimmermann)

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Märzlicht

In Tübingen, München und Wien hat sie Psychologie, Literatur- und Theaterwissenschaften studiert, sie war Redakteurin beim Deutschlandfunk, später Kulturwissenschaftlerin an der Hochschule Bremen, seit vielen Jahren schreibt sie Kurzprosa, Hörfunk-Features und Hörbilder, und vor allem tritt sie seit geraumer Zeit mit Gedichten hervor - die Bremer Schriftstellerin Inge Buck. Die zarten Wortgebilde der Inge Buck, die so gern mit Naturmetaphoriken und elegischen Stimmungen spielen, haben nun in den Fotocollagen von Monica Schefold eine subtile Entsprechung gefunden. Versammelt sind die neuen lyrischen Arbeiten und die eindrucksvollen Illustrationen in dem Band "Märzlicht“. Inge Buck liest daraus nun einige Gedichte.

Inge Buck und Monica Schefold: "Märzlicht", Sujet Verlag 2010, 72 Seiten, 12,80 Euro

Wiederholung: Montag, 29. März 2010, 19:05 Uhr

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Istanbul dururken baska yere gidilmez

13. 03. 2010 erschienen in Hürriyet (Recep Seplin)

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Istanbul Walking

Das Buch zum Elefanten-Morgen Lesung

08. 03. 2010 erschienen in Weser Kurier (Detlev Scheil)

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Der Elefant!
Schwachhausen-Altstadt. Fast 80 Jahre hat er auf dem Buckel, und nun gibt es sogar ein Buch über ihn. Es heißt „Der Elefant!“ und enthält im DIN-A-4- Format auf 80 Seiten Bilder, Gedichte und wichtige Dokumente zum gleichnamigen Anti-Kolonial-Denkmal in der Deetjen-Grünanlage. In der Reihe „Bremer Buchpremiere“ stellen die Bremer Autoren Inge Buck, Rudolph Bauer und Michael Weisser am morgigen Dienstag, 9. März, ab 19 Uhr im Wall-Saal der Zentralbibliothek (Zugang: Am Wall) die Neuerscheinung vor. Rudolph Bauer und Inge Buck haben sich von der Geschichte des Backstein-Elefanten, der 1932 als Reichskolonial-Ehrenmal eingeweiht und 1987 zum Anti-Kolonial-Denkmal umgewidmet wurde, zu Gedichten inspirieren lassen. Michael Weisser trug künstlerische Fotografie bei und zeichnet für Konzept und Gestaltung des Buchs verantwortlich. Rainer Bessling hat in seinem Beitrag prägnant zusammengefasst, was man über den Elefanten wissen muss – bis hin zur Gründung des Vereins „DerElefant!“, der das Denkmal zu einem Ort für Vielfalt, Toleranz und Kreativität erklärt hat und sich entsprechend engagiert. Das Buch erfasst die bewegende Geschichte des Monuments außerdem in historischen Dokumenten unter anderem von Adolf Lüderitz, den Bürgermeistern Klaus Wedemeier und Henning Scherf und des Präsidenten von Namibia, Sam Nujoma.

Elefantöses Wissen als Buch

07. 03. 2010 erschienen in Weser Report

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Der Elefant!

 

Bremer wollen mit ihrem Werk eine Brücke zwischen Poesie und Informationen schlagen

Bilder, Gedichte und Dokumente zum Anti-Kolonialdenkmal „Der Elefant!“ präsentieren die Bremer Autoren Inge Buck, Rudolph Bauer und Michal Weisser am Dienstag, 9.März, in der Zentralbibliothek.

STADTMITTE Im Rahmen einer Bremer Buch-Premiere wird das 2010 im Sujet-Verlag erschienene Buch „Der Elefant!“ vorgestellt. Zur Einführung spricht Erwin Miedtke (stellvertretender Direktor der Stadtbibliothek). „Der Elefant!“ enthält Gedichte zum Elefanten von Rudolf Bauer und Inge Buck, sowie Fotos von Michael Weisser. Das Buch erfasst die bewegende Geschichte des Elefanten-Monuments in Bremen in Form von Lyrik, historischen Dokumenten und künstlerischer Fotografie. 1931 nach Entwürfen des Künstlers Fritz Behn erbaut, 1932 als Reichskolonial-Ehrenmal eingeweiht, 1987 zum „Anti-Kolonial-Denkmal“ umgewidmet und 2008 vom Verein „DerElefant!“ zu einem Ort für Vielfalt, Toleranz und Kreativität erklärt, ist der Elefant Treffpunkt und Mahnmal zugleich. Das Buch über den Elefanten basiert auf dem Konzept, Brücken zu schlagen zwischen Information und Poesie, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Gefühl und Information, sowie zwischen Bild und Wort. Es ist erschienen im Sujet-Verlag (ISBN-Nummer 978-3-933995-49-0) und wurde gefördert von der Berenberg Bank Bremen und der Sozietät Schaefer & Krautwald, Bremen. Diese Bremer Buch-Premiere ist eine gemeinsame Veranstaltung von Stadtbibliothek und Literaturkontor in Kooperation mit dem Sujet-Verlag und „DerElefant!“ gemeinnütziger Verein für Vielfalt, Toleranz und Kreativität.


Dunkles und heiteres aus der iranischen Seele - Krimi aus anderem Blickwinkel

16. 01. 2010 erschienen in Mittelbayrische Zeitung

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Carolas andere Tode
Ein Krimi der anderen Art ist die Novelle "Carolas andere Tode". Der in Hamburg lebende Literaturdozent Mahmood Falaki beschreibt darin die Gefühlswelt zweier Menschen mit völlig unterschiedlichen Erfahrungshorizonten. Er erzählt die Geschichte eines Exil-Iraners, der sich in Hamburg in eine Deutsche verliebt. Die zunächst etwas verwirrend anmutende Geschichte zieht den Leser zunehmend in seinen Bann und endet mit einer unerwartenten Auflösung.

Sujet Druck und Verlag - Friesenstr. 9 - 28203 Bremen